1871

 

24. Februar

„Bekanntmachung.
Die am 1. k. Mts. Zur Erledigung kommende hiesige Polizeidiener-Stelle, mit welcher ein Einkommen von 200 Thlr. Verbunden ist, soll schleunigst anderweit besetzt werden.
Qualifizirte civilversorgungsberechtigte Personen, welche auf diese Stelle reflektiren, wollen sich unter Einsendung eines Lebenslaufs und ihrer Führungs-Atteste bei uns melden.
Zossen, den 24. Februar 1871
Der Magistrat.“

Quelle: TKB, 01.03.1871, S. 6

 

Ende Februar

Der Führer des Konservativen Wahlvereins in Zossen ist Kreisarzt Dr. Schmidt.

Quelle: TKB, 01.03.1871, S. 6

 

3. März

Reichstagswahlen: Bereits im ersten Wahlgang gab es für den Prinzen Handjery (Konservative) eine Mehrheit gegen Kiepert.

Quelle: TKB, 08.03.1871, S. 2

 

3. März

„Zossen. Als am Freitag den 3. d. Mts. Nachmittags um 5 ¾ Uhr die amtliche Depesche von dem Friedens-Schlusse in unsere Stadt gelangt und dieses frohe Ereignis durch Freudenschüsse verkündet war, zeigten sich in kürzester Zeit alle Gebäude in den Straßen mit Fahnen Flagen und Bannern geschmückt; eine allgemeine Begeisterung unter Alt und Jung gab sich kund, die Freude und der Jubel kannte keine Grenzen.
Feierlich klang dazwischen das Geläute der Glocken. Alles eilte, den Tag und den Abend feierlich zu begehen.
Um 8 Uhr entwickelte sich eine glänzende Illumination; die Schützengilde, der Gewerbe- und Turnerverein traten auf dem Marktplatze vor dem Rathause an, wo sich wohl die ganzen Einwohner unserer Stadt eingefunden hatten.
Hier verlas der Herr Bürgermeister Feurig die eingegangene Friedens-Depesche und hielt in kräftigen von Herzen kommenden und zum Herzen dringenden Worten eine patriotische Ansprache an die Versammelten, die wir leider wörtlich wiederzugeben außer Stande sind.
Hochs auf unseren erhabenen Deutschen Kaiser, auf die Deutschen Heerführer und die siegreichen Deutschen Truppen, sowie endlich auf das Deutsche Vaterland schlossen diese Ansprache, worauf von allen Anwesenden der Choral: „Nun danket Alle Gott“ unter Musikbegleitung gesungen wurde, vom Kirchthurme herab aber die Glocken ihren feierlichen Klang wiederum ertönen ließen.
Hierauf setzte sich der Zug welcher mit Fackeln reichlich versehen war und trotz des hellen Mondlichtes einen imposanten Eindruck machte, in Bewegung und durchzog, begleitet von zwei Musikchören die Straßen der Stadt, während auf dem Marktplatze 101 Kanonenschüsse abgefeuert wurden. Freude und Jubel war allgemein und bis in die Nacht durchzogen freudig erregte Gruppen, patriotische Lieder singend, die Straßen. In verschiedenen Lokalen fanden Bälle und andere gesellige Vereinigungen statt.
Die ganze Feier, welche ohne jede Störung und Ausschreitung verlief, war eine erhebende, hervorgegangen aus ächt patriotischem Gefühler der Bewohner Zossens.“

Quelle: TKB, 08.03.1871, S. 2f.

 

5. März

„Es werden noch Zimmerleute eingestellt und Lehrlinge angenommen.
Zossen, den 5. März 1871
Jost Zimmermeister.“

 Quelle: TKB, 15.03.1871, S. 6

 

4. Juni

„Bekanntmachung.
Auf dem früher Klau’schen Ziegelei-Grundstück am Mittenwalder Berge in hiesiger Feldmark belegen, beabsichtigt die Actien-Gesellschaft, in deren Besitz das gedachte Grundstück übergegangen ist, drei Dampf-Kessel zum Betriebe der Cementfabrikation aufzustellen und außerdem einen Cement-Probir-Ofen zu errichten. Indem wir dies Vorhaben in Gemäßigkeit des § 3 des Gesetzes vom 1. Juli 1861 hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringen, fordern wir zugleich auf, etwanige Einwendungen gegen die gedachte Anlage binnen einer Präclusiv-Frist von 14 Tagen schriftlich bei uns anzubringen.
Die betreffenden Zeichnungen können in unserem Büreau eingesehen werden.
Zossen, den 4. Juni 1871.
Die Polizei-Verwaltung.“

Quelle: TKB, 14.06.1871, S. 4

 

Juli

Für die Portland-Zementfabrik in Zossen werden ein Schlosser und ein Schmied gesucht.

Quelle: TKB, 15.07.1871, S. 7

 

 August

„10 Thaler Belohnung.
Leider ist es schon öfter vorgekommen, daß die auf unserem Etablissement befindlichen Einrichtungen böswillig beschädigt und auch bestohlen wurden.
In letzter Nacht wurden wiederum die Verschlußhähne des Wasserreservoirs geöffnet und uns großer Schaden zugefügt. – Wer uns den Thäter sicher angeben kann, empfängt obige Belohnung.
Märkische Portland-Cement Fabrik in Zossen.“

Quelle: TKB, 19.08.1871, S. 4

 

September

„Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß die Arbeiter Schimke, Sprengert, J. Heinrich aus Zossen haute von uns entlassen sind, weil dieselben durch muthwilliges und frevelhaftes Anzünden eines Kalkofens auf unserer Fabrik, uns nicht nur einen großen Schaden zufügten, sondern auch durch diese Handlung die Fabrik in Feuergefahr gebracht haben.
Für die Märkische Portland-Cement-Fabrik
Dr. Frühling.“

Quelle: TKB, 20.09.1871, S. 3

 

Oktober

 „Warnung.
Um etwaigen Unglücksfällen vorzubeugen, machen wir das Publicum darauf aufmerksam, unsere Wiesen nicht zu betreten, da dieselben auf mehreren Stellen durchstochen sind.
Märkische Portland-Cement Fabrik.“

Quelle: TKB, 14.10.1871, S. 4

 

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